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Wir brauchen Pioniere, andere werden folgen
Hochstrasse 263 bis 267: Beispiel eines gelungenen Umbaus An der Schaffhauser Hochstrasse entstehen aus alten Kleinwohnungen moderne Wohnungen. Ein wegweisendes Konzept.
Der Wohnblock an der Hochstrasse 263 bis 267 ist geradezu charakteristisch für die Misere im Schaffhauser Mietwohnungsmarkt: eine alte und unzeitgemässe Bausubstanz, Kleinwohnungen, überalterte Einrichtungen, eine unattraktive Gebäudehülle. Dazu kommt, dass der Block in einem der «gefährdeten Gebiete» liegt. Allerdings: Die Wohnungen waren alle vermietet, und das erstaunt deshalb nicht, weil die Mieten bis auf ein Niveau von 600 bis 750 Franken pro Wohnung gesenkt werden mussten.
Ein Zeichen gesetzt
Nun allerdings arbeiten an der Hochstrasse 263 bis 267 die Handwerker mit Volldampf: Der Block wird vollständig saniert, und das heisst in diesem Fall, dass gleichsam kein Stein mehr auf dem anderen stehen wird. Im Innern wird etwa komplett «ausgehöhlt» und die Grundstruktur neu aufgebaut. Aus drei bisherigen kleinen Geschosswohnungen werden neu zwei (grössere) Einheiten; allesamt entweder Viereinhalb- oder Fünfeinhalbzimmerwohnungen. Es werden Lifte eingebaut, grosszügige Balkone geschaffen, zeitgemässe Sanitäreinrichtungen installiert, neue Küchen eingerichtet und vollständig neue Isolationen angebracht. Gleichzeitig entsteht eine neue Tiefgarage mit 40 Einstellplätzen.
Die neuen Wohnungen werden mithin mit den alten in keiner Weise zu vergleichen sein. Die Mietzinse allerdings auch nicht. Zu erwarten ist ein Mietzinsniveau zwischen 1400 bis 1600 Franken. Und siehe da: «Die Wohneinheiten der ersten Bauetappe - zehn Wohnungen - wurden bereits ab Plan vollständig vermietet», kann Roy Pagno von der IT3 Treuhand + Immobilien AG feststellen. Da bereits auch etliche Interessenten für die erneuerten Wohnungen der zweiten Etappe vorhanden sind, zweifelt Pagno nicht an einer vollständigen Vermietung des gesamten erneuerten Wohnblocks. Hier hat der Eigentümer ein Zeichen gesetzt und sich daran gemacht, den Teufelskreis der «Investitionsfalle»» zu durchbrechen. Dafür werden einige Millionen Franken investiert, und die Rendite wird nach der Sanierung tiefer sein als zuvor. Aber auf Dauer wird sich die Umwandlung von nicht bedarfsgerechtem Wohnraum in attraktive Wohnungen auszahlen.
Hoffnung auf Nachahmer
Auch für das Quartier, das eine nicht zu unterschätzende Aufwertung erfährt. Die Stadt will das ihre dazu beitragen, der Verslumung entgegenzuwirken, der Kanton signalisiert ebenfalls und soweit möglich Unterstützung. «Es müssen unbedingt Massnahmen zur Belebung des Immobilienmarktes ergriffen werden», stellt Staatsschreiber Reto Dubach bei einer Besichtigung des Umbauprojektes fest. Und: «Das Projekt Hochstrasse ist dafür ein überzeugendes Beispiel.»
Das Beispiel belegt eindrücklich, dass es auch anders geht, als alten, unattraktiven Wohnraum mehr oder weniger vergammeln zu lassen. Deshalb hofft die Branche, und notabene auch die Politik, auf Nachahmer. «Wir brauchen Pioniere - andere werden ihnen dann nachfolgen», meint Roy Pagno. Der Anfang ist gemacht, die Fortsetzung wird - hoffentlich - nicht auf sich warten lassen. (J. R.)
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