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Eine beispielhafte Wohnsanierung
Wer wagt, gewinnt. Zum Beispiel mit einer umfassenden Sanierung von Wohnraum in einer eigentlichen "Problemzone".
Am 1. April 2004 wurde mit den Umbauarbeiten begonnen, am 15. Dezember 2004 sind sie beendet worden, und heute sind in einem Wohnblock an der Hochstrasse 263 bis 267 bereits 24 von 26 neu geschaffenen Wohnungen vermietet. Ein grosser Erfolg. Denn das Projekt Hochstrasse lässt sich eben nicht zu den «gewöhnlichen» Wohnbauprojekten zählen. Hier wurde vielmehr so etwas wie Pionierarbeit geleistet und vorgemacht, wie der Misere auf dem Schaffhauser Wohnungsmarkt und negativen sozialen Begleiterscheinungen zu begegnen ist. «Ich hoffe sehr, dass dieses Beispiel Schule macht», meinte deshalb Sozialreferent Thomas Feurer kürzlich bei der Besichtigung der neuen Wohnungen.
Schlechtes Image
Die Ausgangslage: Der Wohnblock Hochstrasse 263 bis 267 liegt mitten in einem «Problemgebiet» mit einem hohen Anteil an Sozialhilfeempfängern, einem hohen Ausländeranteil und mit schlechtem Image. Hier fanden sich wie in den Nachbarliegenschaften alte Kleinwohnungen mit einer veralteten Einrichtung in einer unattraktiven Gebäudehülle. Die Wohnungen liessen sich nur dank ausserordentlich tiefen Mietzinsen vermieten - ein Anziehungspunkt wiederum für finanzschwache Mieter, welche die gesellschaftspolitische Monokultur weiter verfestigten. «Hier», stellte Feurer fest, «fehlt eine gesunde soziale Durchmischung», was letztlich zu den bereits oft besprochenen Problemen führte und führt.
Teufelskreis durchbrochen
Aber gerade an der Hochstrasse wird nun der Teufelskreis durchbrochen: Mit einem Millionenaufwand wurde der Wohnblock umfassend umgebaut. Kleinwohnungen wurden zusammengelegt und mutierten zu grösseren Einheiten mit grossen Balkonen, die Einrichtungen sind auf den neusten Stand gebracht, und zusätzlich entstand eine Tiefgarage mit 40 Autoabstellplätzen. Die Hochstrasse 263 bis 267 wurde zu einem wahrlich attraktiven Wohnblock mit allerdings auch deutlich höheren Mietzinsen (sie haben sich glatt verdoppelt).
Aber die Rechnung ist aufgegangen, wie Roy Pagno von der IT3 Treuhand + Immobilien AG feststellte. Wie erwähnt, sind bereits 24 Einheiten der Wohnungen vermietet worden, die Mieterstruktur, so Pagno, ist ideal, und es wurde erreicht, was sehr zur Nachahmung empfohlen wird: «Der negative Trend ist gebrochen worden.»
Neuer Akzent im Quartier
Ein Experiment, das auch Ueli Jäger vom Wohnortmarketing sehr zu loben wusste, der anlässlich der Besichtigung des gelungen Umbaues eingehend die Situation auf dem Schaffhauser Wohnungsmarkt schilderte. Bei Investoren übrigens lässt das Image des Schaffhauser Immobilienmarktes nach wie vor und eigentlich zu Unrecht zu wünschen übrig. Einerseits arbeitet das Wohnortmarketing zäh an einer Korrektur, anderseits werden Beispiele wie an der Hochstrasse das negative Bild positiv zu beeinflussen wissen. Vor allem, wenn das Beispiel tatsächlich Nachahmer findet.
Gefordert ist übrigens auch die Stadt, und die will durchaus nicht abseits stehen, wie Planungschef Olaf Wolter deutlich machte. Auf der einen Seite wird die Umgebung des neuen Schmuckstücks im Quartier verbessert, auf der anderen ist man im Begriff, zahlreiche Massnahmen für eine Attraktivierung des ganzen Quartiers zu erarbeiten. «Wir wollen ein Zeichen setzen», meinte Wolter, «und die Quartierarbeit intensivieren.» (J. R.)
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